Für die Menschen in Pazifikstaaten sind die Folgen der Klimakatastrophe bittere Realität. Das Bild zeigt eine vom steigenden Meerespiegel zerstörte Brücke in Kiribati. (Bild: Urs Wälterlin)
Die Regierungschefs mehrerer Pazifikstaaten haben bei der jüngsten UN-Generalversammlung in New York eindringlich vor den Folgen des Klimawandels gewarnt. Für die kleinen Inselstaaten sei der Anstieg des Meeresspiegels keine Bedrohung der Zukunft, sondern bereits Realität.
Von TEAM AUSTRALIEN PAZIFIK REPORTER
Tuvalus Premierminister Feleti Teo bezeichnete den Klimawandel in New York als „größte existentielle Bedrohung“ für das Überleben, die Sicherheit und die nachhaltige Entwicklung seines Landes. In der Hauptstadt Funafuti wurden nach seinen Angaben bereits 15,3 Hektar höher gelegenes Land geschaffen, um die Bevölkerung besser vor dem steigenden Meeresspiegel zu schützen. Weitere zehn Hektar sollen hinzukommen.
Teo forderte zugleich eine deutlich umfangreichere internationale Klimafinanzierung. Die betroffenen Staaten benötigten Zuschüsse in einer Größenordnung, die den bereits unvermeidbaren Klimafolgen und den zunehmenden Schäden durch die weitere Erwärmung Rechnung trage. Er verlangte außerdem schnellere Fortschritte bei den UN-Nachhaltigkeitszielen, insbesondere beim Schutz der Meere.
Auch die Salomonen verwiesen auf ihre besondere Verwundbarkeit. Premierminister Jeremiah Manele sagte, eine einzige schwere Naturkatastrophe könne Entwicklungsfortschritte eines Inselstaates zunichtemachen. Für Länder wie die Salomonen reichten herkömmliche wirtschaftliche Kennzahlen deshalb nicht aus, um ihre tatsächliche Verwundbarkeit zu erfassen. Manele verwies auf den von den Vereinten Nationen entwickelten „Multidimensional Vulnerability Index“, der strukturelle Schwächen und die Widerstandsfähigkeit gegenüber externen Schocks berücksichtigt.
Die wirtschaftlichen Risiken beschränkten sich dabei nicht auf Naturkatastrophen. Kriege, Energiekrisen und Störungen des Welthandels träfen kleine Inselwirtschaften besonders stark. Steigende Treibstoffpreise verteuerten Transport, Strom, Lebensmittel und grundlegende Dienstleistungen. Manele stellte diese Entwicklung den weltweiten Militärausgaben gegenüber, die im vergangenen Jahr mehr als 2,9 Billionen US-Dollar erreicht hätten.
Papua-Neuguineas Premierminister James Marape verband die Klimafrage mit einer grundsätzlichen Kritik an den politischen Prioritäten der Weltgemeinschaft. „Wir haben nur eine Erde“, sagte er. Regierungen müssten das Wohlergehen der Menschen, Frieden und Umweltschutz höher gewichten als Krieg und eng gefasste geopolitische Interessen. Er warnte vor dem Verlust von Wäldern, verschmutzten Ozeanen und einem zunehmend instabilen Klima.
Parallel trafen die Staats- und Regierungschefs des Pacific Islands Forum mit UN-Generalsekretär António Guterres zusammen. Im Mittelpunkt standen unter anderem die Umsetzung der „Blue Pacific Ocean of Peace Declaration“ sowie Reformen des Pazifikforums und der Vereinten Nationen.
Dem Pacific Islands Forum gehören 18 Mitglieder an, darunter Australien, Neuseeland, Papua-Neuguinea, Fidschi, die Salomonen, Vanuatu, Tuvalu, Kiribati und die Marshallinseln.

